Sasa Stanisic: Herkunft

HERKUNFT ist ein Buch über den ersten Zufall unserer Biografie: irgendwo geboren werden. Und was danach kommt.

HERKUNFT ist ein Buch über meine Heimaten, in der Erinnerung und der Erfindung. Ein Buch über Sprache, Schwarzarbeit, die Stafette der Jugend und viele Sommer. Den Sommer, als mein Großvater meiner Großmutter beim Tanzen derart auf den Fuß trat, dass ich beinahe nie geboren worden wäre. Den Sommer, als ich fast ertrank. Den Sommer, in dem Angela Merkel die Grenzen öffnen ließ und der dem Sommer ähnlich war, als ich über viele Grenzen nach Deutschland floh.

HERKUNFT ist ein Abschied von meiner dementen Großmutter. Während ich Erinnerungen sammle, verliert sie ihre. HERKUNFT ist traurig, weil Herkunft für mich zu tun hat mit dem, das nicht mehr zu haben ist.

In HERKUNFT sprechen die Toten und die Schlangen, und meine Großtante Zagorka macht sich in die Sowjetunion auf, um Kosmonautin zu werden.

Diese sind auch HERKUNFT: ein Flößer, ein Bremser, eine Marxismus-Professorin, die Marx vergessen hat. Ein bosnischer Polizist, der gern bestochen werden möchte. Ein Wehrmachtssoldat, der Milch mag. Eine Grundschule für drei Schüler. Ein Nationalismus. Ein Yugo. Ein Tito. Ein Eichendorff. Ein Sasa Stanisic.

ISBN 978-3-630-87473-9 | 22,00 €


Clemens J. Setz: Der Trost runder Dinge

Ein elsässischer Soldat im Ersten Weltkrieg entdeckt am Nachthimmel das Sternbild des Großen Burschen, das so schauderhaft ist, dass er niemandem davon erzählen kann. Ein junger Mann, der sich in die blinde Anja verliebt hat, muss feststellen, dass ihr Apartment von oben bis unten mit Beschimpfungen bekritzelt ist. Marcel, sechzehn Jahre alt, hinterlässt auf der Toilettenwand eines Erotiklokals seine Handynummer und den Namen Suzy. Familie Scheuch bekommt eines Tages Besuch von einem Herrn Ulrichsdorfer, der vorgibt, in ihrem Haus aufgewachsen zu sein, und einen Elektroschocker unter seinem geliehenen Anzugjackett verbirgt.
Das ganz und gar Unerwartete bricht in das Leben von Clemens J. Setz' Figuren ein. Ihr Schöpfer erzählt davon einfühlsam, fast zärtlich. Durch Falltüren gestattet er uns Blicke auf rätselhafte Erscheinungen und in geheimnisvolle Abgründe des Alltags, man stößt auf Wiedergänger und auf Sätze, die einen mit der Zunge schnalzen lassen. Der Trost runder Dinge ist ein Buch voller Irrlichter und doppelter Böden - radikal erzählt und aufregend bis ins Detail.

ISBN 978-3-518-42852-8 | 24,00 €  


Domenico Dara: Der Postbote von Girifalco oder Eine kurze Geschichte über den Zufall

Eine Zeitreise in ein längst vergessenes Italien.
Süditalien 1969. Im verschlafenen Girifalco geht alles seinen gewohnten Gang - die anstehenden Kommunalwahlen sind schon das Aufregendste, was auf absehbare Zeit zu erwarten ist. Doch im Geheimen zieht ein guter Geist die Fäden, ohne dass die anderen Dorfbewohner es ahnen: Denn der Postbote des Ortes ist ein melancholischer Einzelgänger, der die Philosophie liebt und Zufälle sammelt - und nebenbei heimlich in den Briefverkehr des Dorfes eingreift. So versucht er, den Dingen die richtige Richtung zu geben.
Unglücklich Liebende werden zusammengeführt, politische und amouröse Betrugsversuche verhindert, und Mütter bekommen plötzlich Post von ihren in der Ferne verschollen geglaubten Söhnen. Der Postbote von Girifalco scheint sich in seinem zurückgezogenen Dasein eingerichtet zu haben - bis ein mysteriöser Brief aus der Vergangenheit auftaucht, der das Dorfleben im Allgemeinen und seines im Besonderen gehörig ins Wanken bringt. Ein charmanter, lustiger, rührender Roman mit einem zu Herzen gehenden Protagonisten, der uns mitnimmt auf eine nostalgische Italienreise.Im Buch finden Sie ein ausführliches Verzeichnis der agierenden Personen.

ISBN 978-3-462-05171-1 | 23,00 €


Arif Anwar: Kreise ziehen

Bangladesch, 1970. Honufa sammelt ihre Habseligkeiten zusammen. Sie sucht einen verhängnisvollen Brief. Sie schickt ihren kleinen Sohn in Sicherheit. Sie bangt um ihren Mann auf See. Sie bittet den falschen Gott um Hilfe.
Washington, D.C., 2004. An einem stürmischen Abend bringt Shahryar seine sechsjährige Tochter Anna in ihr Zuhause, das nie seins war. Er wird das Land bald verlassen müssen. Vermachen kann er ihr nur die Erinnerungen an seine Heimat, seine Geschichte und an die Menschen, die er immer für seine Eltern hielt.
Arif Anwar verwebt die Geschichten verschiedener Personen, die sich über mehrere Generationen, Kontinente und Jahrzehnte spannen und doch alle zusammenhängen. Vermeintliche Gewissheiten werden in Frage gestellt, während sich immer neue Rätsel auflösen. Anwars Saga erzählt, wie die Vergangenheit die Gegenwart formt, wie zählebig religiöse Feindschaft sein kann und wie wirkmächtig das koloniale Erbe ist. Vor allem aber hat Anwar einen eindrucksvollen Roman über Versöhnung geschrieben, darüber, wie Menschen einander helfen und wie man seine Familie findet, unabhängig davon, ob man tatsächlich verwandt ist.

ISBN 978-3-8031-3310-6 | 24,00 €


Stefan Moster: Alleingang

Als Kinder sind sie Freunde: Freddy und Tom. Sie wohnen in derselben Straße, besuchen dieselbe Klasse, nachmittags spielen sie Baader-Meinhof-Bande. Während Tom als behütetes Einzelkind aufwächst, lebt Freddy mit Oma und Geschwistern in einem verwahrlosten Haushalt. Anfang der Achtziger zieht Tom in eine alternative Studenten-WG; man positioniert sich gegen Kernkraft, Startbahn West und Pershing-Raketen - und gefällt sich darin, "einen wie Freddy" in seinen Reihen zu haben. Doch die Rolle des Außenseiters ist kompliziert.

ISBN 978-3-86648-297-5 | 24,00 €


Ann Weisgarber: Unter Heiligen

Deborah lebt in der kleinen Siedlung Junction, einer fruchtbaren Oase inmitten der endlosen Wüstenlandschaft Utahs, durch schroffe rote Felswände vom Rest der Welt getrennt. Während sie auf die Rückkehr ihres Mannes Samuel wartet, der als Wagenmacher durchs Land reist, kommt ein Fremder ins Dorf. Er ist auf der Flucht vor dem Marshal und erbittet Hilfe. Ist er einer der Ihren, ein "Heiliger der Letzten Tage"? Soll sie ihm helfen oder ihn ausliefern? Ein bedrohlicher Zwiespalt zwischen Furcht und Entschlossenheit tut sich auf. Ann Weisgarber erzähltschnörkellos und klar - eine Geschichte von Rebellion, Verlust und Menschlichkeit.

ISBN 978-3-312-01125-4 | 22,00 €


Jose Eduardo Aqualusa: Die Gesellschaft der unfreiwilligen Träumer

Der angolanische Journalist Daniel Benchimol, frisch und unschön geschieden, träumt immer wieder von einer aparten, eleganten Frau, dann findet er eine Kamera und entdeckt Fotos, auf denen eben diese Frau zu sehen ist, die Künstlerin Moira, die sich mit der Darstellung von Träumen beschäftigt. Sie lernen sich kennen und lieben.

Benchimols Freund, der ehemalige Guerillero und Hotelier Hossi, kann selbst nicht mehr träumen, taucht aber regelmäßig in den Träumen anderer auf, was sogar den kubanischen Geheimdienst auf den Plan ruft, der ihn zeitweilig entführt. Benchimols Tochter Lúcia schließlich träumt von einer freien Gesellschaft, demonstriert mit ihren Freunden gegen die autoritäre Regierung, wandert ins Gefängnis und geht in den Hungerstreik. Ihr Vater setzt alles in Bewegung, um sie zu befreien. In diesem wunderbar poetisch geschriebenen, rebellischen, aber auch komischen Roman geht es um die Sprengkraft, das Geheimnis und den Zauber von Träumen, die kollektiv geträumt, sogar ein Regime zum Abtreten zwingen können. Es geht um private, politische und utopische Träume und um die traumhaft verschlungene, rätselhafte Realität des Lebens selbst. Ein Fest des Erzählens.

ISBN 978-3-406-73374-1 | 22,00 €


Lars Mytting: Die Glocke im See

Norwegen im Jahr 1880, in einem dunklen und abgeschiedenen Tal: Die junge, wissbegierige Astrid ist anders als die übrigen Mädchen im Dorf. Sie träumt von einem Leben, das aus mehr besteht als Heiraten, Kinderkriegen und am Ende bei der Feldarbeit Sterben. Sehnt sie sich nach einem Leben mit dem jungen Pastor Kai Schweigaard? Oder entscheidet sie sich für das Neue, Unberechenbare?

Kai Schweigaard hat soeben die kleine Pfarrei mit der 700 Jahre alten Stabkirche in Butangen übernommen. Die würde er gerne abreißen und durch eine modernere, größere Kirche ersetzen. Er hat auch schon Kontakt zur Kunstakademie in Dresden aufgenommen, die ihren begabten Architekturstudenten Gerhard Schönauer schickt, der den Abtransport der Kirche nach Dresden und den Aufbau dort überwachen soll. Astrid rebelliert, denn mit der Kirche würden auch die beiden Glocken verschwinden, die einer ihrer Vorfahren einst der Kirche gestiftet hat. Man sagt ihnen übernatürliche Kräfte nach und dass sie von selbst läuten, wenn ein Unglück bevorsteht.
Astrid verliebt sich in diesen Gerhard. Er ist so anders als die jungen Männer in Butangen. Modern, weltoffen, elegant. Astrid muss sich entscheiden. Wählt sie die Heimat und den Pfarrer oder den Aufbruch in eine ungewisse Zukunft in Deutschland. Da hört sie auf einmal die Glocken läuten.

ISBN 978-3-458-17763-0 | 24  €


Jaroslav Rudis: Winterbergs letzte Reise

Jan Kraus arbeitet als Altenpfleger in Berlin. Geboren ist er in Vimperk, dem früheren Winterberg, im Böhmerwald, seit 1986 lebt er in Deutschland. Unter welchen Umständen er die Tschechoslowakei verlassen hat, das bleibt sein Geheimnis. Und sein Trauma. Kraus begleitet Schwerkranke in den letzten Tagen ihres Lebens. Die Tage, Wochen, Monate, die er mit seinen Patienten verbringt, nennt er "Überfahrt". Einer von denen, die er auf der Überfahrt begleiten soll, ist Wenzel Winterberg, geboren 1918 in Liberec, Reichenberg. Als Sudetendeutscher wurde er nach dem Krieg aus der Tschechoslowakei vertrieben. Als Kraus ihn kennenlernt, liegt er gelähmt und abwesend im Bett. Es sind Kraus' Erzählungen aus seiner Heimat Vimperk, die Winterberg aufwecken und ins Leben zurückholen. Doch Winterberg will mehr von Kraus, er will mit ihm eine letzte Reise antreten, auf der Suche nach seiner verlorenen Liebe - eine Reise, die die beiden durch die Geschichte Mitteleuropas führt. Von Berlin nach Sarajevo über Reichenberg, Prag, Wien und Budapest. Denn nicht nur Kraus, auch Winterberg verbirgt ein Geheimnis.

ISBN 978-3-630-87595-8 |  24 €


Albrecht Selge: Fliegen

Eine Frau auf unendlicher Reise. Sie lebt im Zug, in Großraumabteilen, in ICEs. Früher hatte sie ein normales Leben: Wohnung, Beruf, Mann, beste Freundin. Jetzt hat sie eine Bahncard 100, eine Tasche mit dem Nötigsten und lebt vom Flaschensammeln. Und doch scheint diese Außenseiterin hellsichtig. Für die Komödien und Tragödien um sie herum, für ein Deutschland ohne Orientierung. Albrecht Selges virtuoser Sprachwitz und hintergründige Ironie sorgen dafür, dass dieser Roman bei allem Ernst leicht und überraschend bleibt. Die Geschichte eines Sturzes? Eine Geschichte übers Aufstehen und Weiterfahren, über Obdach und Würde. Und ein Bild unserer Gegenwart aus außergewöhnlichem Blickwinkel.

ISBN 978-3-7371-0067-0 | 20 €


Ewald Arenz: Alte Sorten

Sally und Liss: zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Sally, kurz vor dem Abitur, will einfach in Ruhe gelassen werden. Sie hasst so ziemlich alles: Angebote, Vorschriften, Regeln, Erwachsene. Fragen hasst sie am meisten, vor allem die nach ihrem Aussehen.

Liss ist eine starke, verschlossene Frau, die die Arbeiten, die auf ihrem Hof anfallen, problemlos zu meistern scheint. Schon beim ersten Gespräch der beiden stellt Sally fest, dass Liss anders ist als andere Erwachsene. Kein heimliches Mustern, kein voreiliges Urteilen, keine misstrauischen Fragen. Liss bietet ihr an, bei ihr auf dem Hof zu übernachten. Aus einer Nacht werden Wochen. Für Sally ist die ältere Frau ein Rätsel. Was ist das für Eine, die nie über sich spricht, die das Haus, in dem die frühere An-wesenheit anderer noch deutlich zu spüren ist, allein bewohnt? Während sie gemeinsam Bäume auszeichnen, Kartoffeln ernten und Liss die alten Birnensorten in ihrem Obstgarten beschreibt, deren Geschmack Sally so liebt, kommen sich die beiden Frauen näher. Und erfahren nach und nach von den Verletzungen, die ihnen zugefügt wurden.

ISBN 978-3-8321-8381-3 | 20 €


Jocelyne Saucier: Niemals ohne sie

Die Cardinals sind keine gewöhnliche Familie. Sie haben den Schneid und die Wildheit von Helden, sie haben Angst vor nichts und niemandem. Und sie sind ganze dreiundzwanzig. Als der Vater in der stillgelegten Mine eines kanadischen Dorfes Zink entdeckt, rechnet der Clan fest mit einem Anteil am Gewinn - und dem Ende eines kargen Daseins. Aber beides wird den Cardinals verwehrt, und so schmieden sie einen explosiven Plan, der, wenn schon nicht die Mine, so wenigstens die Ehre der Familie retten soll. Doch der Befreiungsschlag scheitert und zwingt die Geschwister zu einem Pakt des Schweigens, der zu einer Zerreißprobe für die ganze Familie wird.

Ein überwältigender und rührender Roman. In Niemals ohne sie schafft Jocelyne Saucier eine Welt, die aller Rauheit zum Trotz den Glauben an ein selbstbestimmtes, freies und gemeinschaftliches Leben feiert. So belebend und gewagt wie eine Utopie.

ISBN 978-3-458-17800-2 | 20 €


Lucy Fricke: Töchter

Zwei Frauen brechen auf  zu einer Reise in die Schweiz, mit einem todkranken Vater auf der Rückbank. Eine letzte, finale Reise soll es werden, doch nichts endet, wie man es sich vorgestellt hat, schon gar nicht das Leben. Martha und Betty kennen sich seit zwanzig Jahren, und sie entscheiden sich fürs Durchbrettern. Vor sich haben sie das Ziel, von hinten drängt das nahende Unglück. "Es gab niemanden, mit dem sie so lauthals über das Unglück lachen konnte wie mit Martha. Die wenigsten Frauen lachten über das Unglück, schon gar nicht über ihr eigenes. Was das Leiden betraf, verstanden die Frauen keinen Spaß."

Mit einem Humor aus Notwehr und einer Wahrhaftigkeit, die weh tut, erzählt Lucy Fricke von Frauen in der Mitte ihres Lebens, von Abschieden, die niemandem erspart bleiben, und von Vätern, die zu früh verschwinden. Eine groteske Reise Richtung Süden, durch die Schweiz, Italien, bis nach Griechenland, immer tiefer hinein in die Abgründe der eigenen Geschichte. Und die Frage ist nicht, woher sie kommen, sondern: Wie finden wir da wieder raus?

ISBN 978-3-498-02007-1 | 20,00 €


Bill Beverly: Dodgers

Ein gewaltiges Debüt - hart, intensiv und romantisch.

Nichts ist für die Figuren dieses Romans erstaunlicher als der Umstand, noch am Leben zu sein. Dodgers beginnt ein einem Drogenviertel von L.A. Die Helden: der sensible East, sein schießwütiger Bruder Ty, der Gamer Michael und der dicke, clevere Walter. Nach einer Razzia müssen sie fliehen, quer durch die USA, einen Mordauftrag im Gepäck. Doch die vier Möchtegernkiller sind Teenager und noch nie aus L.A. rausgekommen. Es ist eine gefährliche Reise, bei der fast alles schiefgeht, ermöglicht von einem Gangster, der einem der Jungen eine Zukunft geben will.

Ein preisgekröntes Debüt, mit jungen Helden, die der Leser ins Herz schließt, obwohl sie ihn ohne zu zögern erschießen würden. Für Fans von The Wire und Huckleberry Finn.

ISBN 978-3-257-07037-8 | 24,00 €


Wolf Haas: Junger Mann

Der Dreizehnjährige, der auf die Waage stieg und sich um den Verstand verliebte.

"Mit vier Jahren brach ich mir zum ersten Mal das Bein. Mein großer Bruder hatte zusammen mit seinen noch größeren Freunden und deren noch größeren Brüdern eine Sprungschanze gebaut. Eine Schanze baute man, indem man eine Schaufel organisierte und Schnee auf einen Haufen schaufelte. Dann trampelte man darauf herum. Dann fuhr der Beste los und sprang am weitesten. Nach ihm der Zweitbeste am zweitweitesten. Zuletzt mein Bruder. Dann ich."

Auf diese Weise lernt der junge Mann früh den Vorteil von Unfällen schätzen: Trostschokolade. Und er lernt den Nachteil von Trostschokolade kennen: Übergewicht.

Mit 13 beginnt er in den Sommerferien eine radikale Abmagerungskur. Weil ihn unvorbereitet dieses zauberhafte Lächeln getroffen hat. Das Gute am Verlieben: Die Elsa. Das Problem am Verlieben: Ihr Ehemann. Der Lastwagenfahrer Tscho.

Mit jedem Kilo, das der junge Mann abnimmt, sieht er seine Chancen bei ihr steigen. Als sie mit ihm auch noch eine Spazierfahrt in ihrem neuen Renault 5 unternimmt, heizt das seinen Kalorienverbrauch weiter an. Und der Ferienjob an der Tankstelle hat den großen Vorteil, das er immer genau weiß, wann Elsas Mann gerade nach Griechenland oder in ein noch ferneres Land aufgebrochen ist.

Eines Tages taucht der gefürchtete Lastwagenfahrer aber doch überraschend zwischen Diesel-Zapfsäule und Tankstellenshop auf und machte dem jungen Mann ein Angebot, das er nicht ablehnen kann.

ISBN 978-3-455-00388-8 | 22,00 €


Sebastian Barry: Tage ohne Ende

Thomas McNulty und sein Freund John Cole sind gerade 17 Jahre alt, als ihre Karriere als Tanzmädchen in einem Saloon für Bergarbeiter ein natürliches Ende findet. Für den "miesesten Lohn aller miesesten Löhne" verdingen sie sich bei der Armee und sind fortan unzertrennlich in Kriegsgeschäften unterwegs . Angst kennen beide nicht, dafür haben sie schon zu viel erlebt. Sie wissen: "wenn's um Gemetzel und Hungersnot geht, darum, ob wir leben oder sterben sollen, schert das die Welt nicht im Geringsten. Bei so vielen Menschen hat die Welt es nicht nötig." Thomas ist vor dem "Großen Hunger" aus Irland geflohen, hat die Überfahrt und die Fieberhütten in Kanada überlebt, sich bis nach Missouri durchgeschlagen. Wie ein irischer Simplicissimus stolpert der durch das Grauen der Feldzüge gegen die Indianer und des amerikanischen Bürgerkrieges - davon und von seiner großen Liebe erzählt er mit unerhörter Selbstverständlichkeit und berührender Offenheit. In all dem Horror findet Thomas mit John und seiner Adoptivtochter Winona sein Glück. Er bleibt ein Optimist, ganz gleich unter welchen Umständen.

ISBN 978-395829-518-6 | 22,00 €


Maja Lunde: Die Geschichte des Wassers

Norwegen, 2017: Die fast 70-jährige Umweltaktivistin Signe begibt sich auf eine riskante Reise: Mit einem Segelboot und einer ganz besonderen Fracht versucht sie die französische Küste zu erreichen. Dort will sie den Mann zur Rede stellen, der einmal die Liebe ihres Lebens gewesen ist.

Frankreich, 2041: Eine große Dürre zwingt die Menschen Südeuropas zur Flucht in den Norden, es ist längst nicht genug Trinkwasser für alle da. Doch bei dem jungen Vater David und seiner Tochter Lou keimt Hoffnung auf, als sie in einem vertrockneten Garten ein altes Segelboot entdecken. Signes Segelboot.

Virtuos verknüpft Maja Lunde das Leben und Lieben der Menschen mit dem, woraus alles Leben gemacht ist: dem Wasser. Ihr neuer Roman Die Geschichte des Wassers ist nach Die Geschichte der Bienen der zweite Teil eines großen "Klima-Quartetts", das sich den wichtigsten Fragen unserer Zeit widmet - den Folgen unseres Handelns für Klima und Natur, für das Miteinander der Menschen und die kommenden Generationen.

ISBN 978-3-442-75774-9 | € 20,-


Henning Mankell: Der Sprengmeister

"Oskar. Ein lustiger Alter, der in einer alten Militärsauna wohnt. Er winkt immer, wenn man vorbeifährt. Er hat nur eine Hand und ein Auge." Als junger Mann wird der Sprengmeister Oskar Johansson bei einer Fehlzündung schwer verletzt. Seine Freundin Elly bricht ihm die Treue, und er heiratet ihre Schwester Elvira, die bis zu ihrem frühen Tod bei ihm bleibt. Trotz seiner Verwundungen kehrt Oskar zurück in seinen Beruf als Sprengmeister. Die beiden führen ein bescheidenes, entbehrungsreiches Leben, damit der knappe Lohn auch für die drei Kinder reicht. Oskar wird politisch aktiv und glaubt an eine Revolution, die aber nie kommt. Als sein Wohnblock abgerissen und er zwangsumgesidelt wird, kauft er auf einer Schäre ein Saunerhäuschen, wo er im Sommer leben kann. schon in seine ersten Buch gab Henning Mankell den Benachteiligten eine unverwechslbare, eindrucksvolle Stimme.

ISBN 978-3-552-05901-6 | € 21,-


Jane Gardam: Weit weg von Verona

Hat es je eine entwaffnendere Ich-Erzählerin gegeben ? Jessica sagt bedingungslos und in den unmöglichsten Momenten die Wahrheit. Ihr Widerwillen gegen jegliche Form der Anpassung bringt sie in dem kleinen Badeort an der Nordostküste Englands ständig in verquere bis gefährliche Situtationen. Sie hat genau eine Freundin - der Rest ihrer kleinen kriegsüberschatteten Welt begegnet ihrem spektakulären Eigensinn mit einer Mischung aus Faszination und Abscheu. Bis Christian, ein versnobter junger Salonsozialist, ihr Avancen macht. Das erste Rendezvous ist ein Desaster und wird von einem Fliegerangriff beendet, den sie nur durch Glück überleben. Es wird auch das letzte sein, denn Jessica braucht ihre explosive Kraft, um Schriftstellerin zu werden. Oder ist sie das schon ?

ISBN 978-3-446-26040-5 | € 22,-


Andrea Camilleri: Jagd nach einem Schatten

Andrea Camilleri rekonstruiert die verblüffende Geschichte eines schillernden Mannes der Renaissance, der nacheinander drei verschiedene Identitäten annimmt. Zuerst ist er ein außergewöhnlich begabter jüdischer Kabbala-Schüler. Dann wird er unter anderem Namen zum charismatischen katholischen Priester, der nach Rom berufen wird und zu höchsten Ehren gelangt. Dort begeht er ein schreckliches Verbrechen und muss fliehen. Jahre später taucht er als Lehrer des berühmten Philosophen Pico della Mirandola wieder auf. Der neue Roman von Andrea Camilleri ist hochspannend, virtuos komponiert und glänzend geschrieben.

ISBN 978-3-312-01086-8 | € 20,-


Minna Rytisalo: Lempi

Der junge Bauernsohn Viljami hat sich in Lempi, die Tochter des Ladenbesitzers aus der kleinen Stadt Rovaniemi, verliebt. Hals über Kopf heiraten sie, und Lempi, der das Landleben fremd ist, ziehtt zu Viljami auf den Hof. Um sie zu entlasten und über die Trennung von ihrer Zwillingsschwester hinwegzutrösten, stellt ihr Mann die Magd Elli ein, die insgeheim glühend eifersüchtig ist und selbst gern an seiner Seite wäre. Nach einem einzigen glücklichen Sommer wird Viljami zum Kriegsdienst eingezogen. Als er zurückkehrt, ist die Stadt zerstört und Lempi verschwunden. Dass sie wie ihre Schwester Sisko mit einem Wehrmachtsoffizier nach Deutschland gegangen sein soll, kann er sich nicht vorstellen. Viljami, die Magd Elli und Sisko erinnern sich an Lempi - aus ihrer jeweils eigenen, sehr individuellen Perspektive. Vielschichtig, emotional, eindrucksvoll: die Geschichte einer tragischen Liebe vor dem Hintergrund des Lapplandkrieges.

ISBN 978-3-446-26004-7 | € 21,-


Celeste Ng: Kleine Feuer überall

Es brennt! In jedem Schlafzimmer hat jemand Feuer gelegt. Fassungslos steht Elena Richardson im Bademantel und den Tennisschuhen ihres Sohnes draußen auf dem Rasen und starrt in die Flammen. Ihr ganzes Leben hatte sie die Erfahrung gemacht, "dass Leidenschaft so gefährlich ist wie Feuer". Deshalb passte sie so gut nach Shakes Heights, den wohlhabenden Vorort von Cleveland, Ohio, in dem der Außenanstrich der Häuser ebenso geregelt ist wie das Alltagsleben seiner Bewohner. Ihr Mann ist Partner einer Anwaltskanzlei, sie selbst schreibt Kolumnen für die Lokalzeitung, die vier halbwüchsigen Kinder sind bis auf das jüngste, isabel, wohlgeraten. Doch es brennt. Elenas scheinbar unfechtbares Idyll - alles Asche und Rauch?

ISBN 978-3-423-28156-0 | € 22,-


James Baldwin: Von dieser Welt

John Grimes ist ein schwarzer, empfindsamer Junge aus Harlem, sexuell unschlüssig, seine einzige waffe zur Selbstverteidigung ist sein Verstand. Aber was nützt es, von den weißen Lehrern gefördert zu werden, wenn der eigene Vater einem tagtäglich predigt, man sei hässlich und wertlos, solange man sich nicht von der Kirche retten lässt. John sehnt sich danach, selbst zu entscheiden; kein Vater, den er trotz allem liebt, kein Gott, den er trotz allem sucht. Als am Tag von Johns vierzehnten Geburtstag sein Bruder Roy von Messerstichen schwer verletzt nach Hause kommt, wagt John einen mutigen Schritt, der nicht nur sein eigenes Leben verändert.

ISBN 978-3-423-28153-9 | € 22,-


Peter Härtling: Der Gedankenspieler

Johannes Wenger, ein achtzigjähriger alleinstehender Architekt, ist gestürzt und seither auf den Rollstuhl und Pflege angewiesen. Das kratzt an seinem Selbstbild, macht den Alltag mühsam und lässt viel Raum für Einsamkeit und Wehmut. Sein junger Hausarzt Dr. Mailänder jedoch hält dagegen und Wenger am Leben, holt ihn zurück in die Welt und lädt ihn mit seiner Familie zu einem gemeinsamen Osturlaub ein.

Wie der grantige Alte auf diese Einladung reagiert, ist meisterhaft erzählt. Und was alles geschehen kann, wenn man mit einem kauzigen Rollstuhlfahrer, der gedanklich in ständigem Austausch steht mit historischen Figuren wie den Architekten Karl Friedrich Schinkel oder Mies van der Rohe, an den Strand von Travemünde reist, ist ein großes Leseerlebnis voller Komik und Melancholie.

Mit viel Gefühl, genauem Blick und voller Selbstironie nimmt Härtling seine Leser mit in die Mühsal des Alters, die sich auch in seinen Träumen spiegelt, um deutlich zu machen, welch großes Glückspotenzial auch diese Lebensphase besitzt.

ISBN 978-3-462-05177-3 | € 20,-


Die Tage dehnen sich, und zugleich schnurrt die Zeit zusammen. Die Uhr läuft ab. Dabei könnte es gerade erst losgehen. Ob ein kleiner Spitz daran etwas ändern könnte ?

Den ehemaligen Kollegen hat er immer beneidet. Um den Ruhestand, das Motorrad und die neue Freiheit. Doch jetzt steht er selbst frisch verrentet auf den bemoosten Treppen vor seinem Haus und weiß nicht wohin. Eine Krawatte braucht er nicht mehr, zu Hause ist er im Weg, die Kinder sind längst ausgezogen. Ob die junge Frau, die er jüngst auf dem friedhof getroffen hat, ihm nur etwas vormacht, vermag er nicht zu sagen. Er ist aus der Übung. Und dennoch nimmt er ihren Vorschlag an. Lässt sich er von ihrer Agentur "Happy family" mal als Opa, mal als Exmann, dann wieder als Vorgesetzter egagieren und trifft auf fremde Menschen und Schicksale. Er spielt seine Rolle gut, und seine Frau bekommt von alledem nicht mit. Sie hat angefangen wieder zu tanzen...

Ein nachdenkliches Buch über Erinnerungen und unerfüllte Träume, über Glücksmomente und Wendepunkte.

ISBN 978-3-8031-3292-5 | € 20,-


Anne Reinecke: Leinsee

Karl ist noch nicht einmal 30 und hat sich schon als Künstler in Berlin einen Namen gemacht. Er ist der Sohn von August und Ada Stiegenhauer, dem Glamourpaar der deutschen Kunstszene. Doch in der symbiotischen Beziehung seiner Eltern war kein Platz für ein Kind. Nun ist der Vater tot, die Mutter schwer erkrankt. Karls Kosmos beginnt zu schwanken und steht plötzlich still.

Die einzige Konstante ist ausgerechnet das kleine Mädchen Tanja, das ihn mit kindlicher Unbekümmertheit zurück ins Leben holt. Und es beginnt ein Roman, wild wie ein Gewitter, zart wie ein Hauch.

ISBN 978-3-257-07014-9 | €24,-


Klaus Modick: Keyserlings Geheimnis

"Man glaubt ja immer, das Schicksal müsse mit dem Getöse eines Gewitters hereinbrechen, mit Blitz und Donner und Wolkenbruch, aber eines Tages macht man nähere Bekanntschaft mit dem Schicksal und muss feststellen, dass es feinere Manieren hat."

Sommer 1901 Am Starnberger See: Lovis Corinth porträtiert Eduard Graf von Keyserling, Schriftsteller und Dandy aus baltischem Adel, den seine geheimnisumwitternde Vergangenheit einholt, als unvermutet eine durchreisende Sängerin erscheint. Ein Roman voller Witz, Ironie und Verve über Liebe und Leidenschaft, Verrat und Lüge - und über die Wahrheit von Literatur und Kunst.

ISBN 978-3-462-05156-8 |€ 20,-


Emily Ruskovich: Idaho

Ein flirrender Sommertag, eine Familie im Wald. Zwei Mädchen, die spielen, während die Eltern den Pick-up mit Brennholz für den Winter beladen. Die Luft steht, die Mutter hat ein Beil in der Hand - und von einer Sekunde auf die andere ist die Idylle für immer zerstört.

Emily Ruskovich erzählt von einem Verbrechen, für das es keine Erklärung geben kann und kein Vergessen, aber sie erzählt mit einer Zärtlichkeit und Schönheit, die die Möglichkeit der Gnade und vergebender Liebe unmittelbar erfahrbar macht.

ISBN 978-3-446-25853-2 | € 24,-


Cătălin Mihuleac: Oxenberg & Bernstein

Die vermögende Amerikanerin Dora Bernstein und ihr fünfzigjähriger Sohn Ben besuchen Iasi. Eine junge Frau, Suzy, zeigt ihnen die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Wenig später macht ihr Ben einen Antrag. Sie heiraten, doch statt in Washington Partys zu feiern, fängt Suzy an, sich für die Geschichte ihrer neuen Familie und ihrer alten Heimat genauer zu interessieren.

Dabei stößt sie auf ein Mädchen, das im Herbst 1947 im Alter von 17 Jahren nach Wien gekommen ist. Als Einzige einer angesehenen und wohlhabenden Familie ist es ihr gelungen, das Progrom in ihrer Heimatstadt Iasi im Nordosten Rumäniens, die Deportationen und den Holocaust zu überleben. Im Wieneer Rothschild-Spital findet sie Unterschlupf und erweist sich als geschickte Schneiderin. Dort trifft einen GI, der beginnt, ihr den Hof zu machen.

ISBN 978-3-552-05883-5 | € 24,-


Hans Pleschinski: Wiesenstein

Der alte Mann, eine Berühmtheit, Nobelpreisträger, verlässt mit seiner Frau das Sanatorium, wo beide Erholung gesucht haben, und wird mit militärischem Begleitschutz zum Zug gebracht. Doch es ist März 1945, das Sanatorium liegt im eben zerstörten Dresden und der Zug fährt nach Osten. Gerhart und Margarete Hauptmann wollen nirgendwo anders hin als nach Schlesien, in ihre Villa "Wiesenstein", ein prächtiges Anwesen im Riesengebirge. Dort wollen sie ihr immer noch luxuriöses Leben weiterleben - inmitten der Barbarei.

Hans Pleschinski erzählt in diesem großem Roman erschütternd und farbig, episodenreich und spannend vom großen, genialen Gerhart Hauptmann, von Liebe und Hoffnung, Verzweiflung und Angst. Er erzählt vom Ende des Krieges, dem Verlust von Heimat, von der großen Flucht vergegenwärtigt eine Welt, die für uns verloren ist, und das Werk Gerhart Hauptmanns, auch mit unbekannten Tagebuchnotizen. Ein überwältigendes Buch.

ISBN 978-3-406-70061-3 | € 24,-


Andrea Camilleri: Die Inschrift

11. Juni 1940. Michele Ragusano betritt das Haus des faschistischen Vereins, in dem er einst Mitglied war. Der Empfang fällt frostig aus: Ragusano war zuvor wegen "systematischer Diffamierung des ruhmreichen faschistischen regimes" zu fünf Jahren Verbannung verurteilt worden. Prompt gerät er mit Persico aneinander, einem glühenden Faschisten, der daraufhin einen tödlichen Schlaganfall erleidet.

Persico wird feierlich begraben. Er wird als Märtyrer des Faschismus gefeiert, eine Straße soll nach ihm benannt werden. doch dann kommt ein pikantes Detail aus Persicos Vergangenheit ans Licht, das ein ganzes Städtchen, mitten im Krieg, in große Aufruhr versetzt.

ISBN 978-3-463-40676-3 | € 14,95


Anja Kampmann: Wie hoch die Wasser steigen

Auf einer Ölplattform mitten im Meer verliert der Bohrarbeiter Wenzel Groszak in einer stürmischen Nacht seinen einzigen Freund und seinen letzten Halt. Mit einem alten Pick-up und einer Brieftaube fährt er los, von Italien über die Alpen, in ein erloschenes Ruhrgebiet. Und je näher er seiner großen Liebe Milena kommt, desto offener scheint ihm, ob er noch einmal ankommen wird. Anja Kampmann erzählt von der Rückkehr aus der Fremde, vom Versuch, aus der bodenlosen Arbeitswelt zurückzufinden ins eigene Leben.

ISBN 978-3-446-25815-0 | € 23,70


Jesmyn Ward: Singt, ihr Lebenden und ihr Toten, singt !

Jojo und seine kleine Schwetser Kayla leben bei ihren Großeltern Mam and Pop an der Golfküste von Mississippi. Leonie, ihre Muter, kümmert sich kaum um sie. Sie nimmt Drogen und arbeitet in einer Bar. Wenn sie high ist, wird Leonie von Visionen ihres toten Bruder heimgesucht, die sie quälen, aber auch trösten. Mam ist unheilbar an Krebs erkrankt, und der stille und verlässliche Pop versucht, den Haushalt aufrechtzuerhalten und Jojo beizubringen, wie man erwachsen wird. Als der weiße Vater von Leonies Kindern aus dem Gefängnis entlassen wird, packt sie ihre Kinder und eine Freundin ins Auto und fährt zur "Parchment Farm", dem staatlichen Zuchthaus, um ihn abzuholen. Eine Reise voller Gefahr und Hoffnung.

ISBN 978-3-95641-224-6 | € 22,-


Heinrich Steinfest: Die Büglerin

Tonia Schreiber gibt alles auf: die Stadt, in der sie lebt, die Wissenschaft, ihre Freunde, ihre große, mit Auqarien ausgestattete Villa. Sie tut es, um sich zu bestrafen und an anderem Ort zur Büglerin zu werden.

Dies ist die Geschichte einer Frau, die ihre Kindheit auf einer Segelyacht zubringt und deren Leben nach einer Katastrophe eine neue Richtung nimmt. Eine Geschichte, die vor der Küste Chiles beginnt und vor der Küste Mallorcas endet.

ISBN 978-3-492-05663-2 | € 20,-


H.M. van den Brink: Ein Leben nach Maß

Zuverlässigkeit, Prinzipientreue und unverrückbare Maßstäbe, das war der Kollege Karl Dijk. Nach über vierzig Jahren schickt man den verdienten Eichbeamten - ein Relikt aus vergangenen Tagen - vorzeitig in den Ruhestand. Doch ausgerechnet zu seiner eigenen Abschiedsfeier taucht er auf. Hans Maarten van den Brink erzählt eine Geschichte vom Wandel der Zeiten: was wir gewinnen und was wir verlieren.

ISBN 978-3-446-25809-9 | € 19,-


Arno Geiger: Unter der Drachenwand

Veit Kolbe verbringt ein paar Monate am Mondsee, unter der Drachenwand, hier trifft er zwei junge Frauen. Doch 1944 leben alle im Ausnahmezustand. Veit ist Soldat auf Urlaub, in Russland veruwndet. Was Margot und Margarete mit ihm teilen, ist die Hoffnung, dass irgendwann wieder das Leben beinnt. Was es sonst vielleicht noch zu teilen gibt, muss die unsichere Zukunft zeigen. Ein herausragender Roman über den einzelnen Meschen und die Macht der Geschichte, über die Toten, die Überlebenden und über die Möglichkeit der Liebe in finsterer Zeit.

"Zwei, die für einige Zeit ihre Ruhe gefunden hatten, eine Ruhe, die nicht, wie so oft, mit Verlassenheit zu tun hatte, sondern mit Geborgenheit. In der Früh beim Kaffeetrinken, das Kind krabbelte am Boden, Margot saß am Tisch und hielt die Windeln des Kindes durch ständiges Stopfen am Leben, Neue waren nicht zu bekommen, ein weiteres Zeichen dieser Glanzzeit. Ich lehnte am Fenster, wir redeten über Allfälliges. Mehr passierte nicht. Und ich weiß, es sind schon ereignisreichere Geschichten von der Liebe erzählt worden, und doch bestehe ich darauf, dass meine Geschichte eine der schönsten ist. Nimm es oder lass es.

ISBN 978-3-446-25812-9 | € 26,-


Bernhard Schlink: Olga

Eine Frau, die kämpft und sich findet, ein Mann, der träumt und sich verliert. Leben zwischen der Wirklichkeit, Sehnsucht und Aufbegehren.

Vom späten 19. bis zum frühen 21. Jahrhundert, von Deutschland nach Afrika und in die Arktis, von der Memel an den Neckar - die Geschichte einer Liebe, verschlungen in die Irrwege der deutschen Geschichte.

ISBN 978-3-257-07015-6 | € 24,-


Castle Freeman: Der Klügere läd nach

Sheriff Wings Methode der Problemlösung ist die Geduld. Nun hat er allerdings Probleme, bei denen für Geduld kein Spielraum bleibt. Das gilt privat - seine Frau hat ihn rausgeschmissen - und beruflich: ein paar rücksichtslose Rowdys haben ihrerseits eine üble Abreibung erhalten. Das haben sie sich verdient, aber Selbstjustiz ist im Hinterland von Vermont ein schwerwiegendes Vergehen.

Nach den vielgepriesenen, kultigen und sehr erfolgreichen Romanen Männer mit Ehrfahrung und Auf die sanfte Tour sind in Freemans neuem Sheriff-Roman sowohl die bösen Jungs gefährlich als auch diejenigen, die die Gesetze selbst in die Hand nehmen.

ISBN 978-3-312-01058-5 | € 19,-


Kent Haruf: Lied der Weite

Victoria, siebzehn und schwanger, wird von ihrer Mutter vor die Tür gesetzt. Da überredet die Lehrerin Maggie die Brüder McPheron, zwei alte Viehzüchter, das Mädchen bei sich aufzunehmen. Ein erst widerwilliger Akt der Güte, der das Leben von sieben Menschen in der Kleinstadt Holt in Colorado umkrempelt und verwandelt.

Geradlinig, menschlich, bewegend - ein Roman, der mitten ins Herz trifft, vom Autor von Unsere Seelen bei Nacht.

ISBN 978-3-257-07017-0 | € 24,-


Andrea Camilleri: Die Revolution des Mondes

Camilleri weckt ein fast vergessenes Kapitel italienischer Geschichte zum Leben. Im siebzehnten Jahrhundert wird Sizilien für die Dauer eines Mondzyklus von Donna Eleonora di Mora regiert, deren Schöhnheit nur von ihrer Güte übertroffen wird. Doch so sehr das Volk sie verehrt, so sehr trachten die verderbten Herren des Heiligen Königlichen Rates danach sie loszuwerden.

ISBN 978-3-596-03180-1 | € 12,-


Valérie Zenatti: Jacob, Jacob

Algerien 1944: der begabte 19-jährige Jacob darf die französische Schule nicht mehr besuchen. Doch auf einmal ist er französisch genug, um für die Kolonialmacht Frankreich im Schützengraben gegen die Deutschen zu kämpfen.

Seite an Seite mit Christen und Muslimen aus Nordafrika in den Konflikt der Europäer hineingezogen zu werden, ist eine schmerzliche Erfahrung für ihn. Unterdessen muss seine bitterarme Familie zu Hause eigene Tragödien durchstehen.

Mit Jacob, Jacob hat Valérie Zenatti neben einem Kriegs- und Kolonialroman vor allem ein berührendes Familienportrait geschrieben und einer vergessenen Kultur ein Denkmal gesetzt.

ISBN 978-3-89561-462-0 | € 20,-


José Eduardo Agualusa: Eine allgemeine Theorie des Vergessens

Eine fanatstische und doch ganz und gar wahre Geschichte: Ludovica mauert sich, nachdem sie am Vorabend der angolanischen Revolution in Notwehr einen Mann erschossen und auf der Dachterrasse begraben hat, für 30 Jahre in ihrer Wohnung ein. Draußen verändert sich die Welt, verstricken sich Opfer und Täter in bizzarre Verwicklungen, während Ludovica fantasievoll ihr Überleben organisiert, das Mobiliar verbrennt und die Wände bekritzelt. Am Ende stehen alle Beteiligten dieser unglaublichen Geschichte vor ihrer Wohnungstür...

José Eduardo Agualusas Roman ist ein Fest des Erzählens!

ISBN 978-3-406-71340-8 | € 19,95


Mariana Leky: Was man von hier aus sehen kann

Immer, wenn der alten Selma im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Wen es treffen wird, ist allerdings unklar. Davon, was die Bewohner in den folgenden Stunden fürchten, was sie blindlings wagen, gestehen oder veschwinden lassen, handelt dieses Roman. Vor allem aber erzählt er von Menschen, die alle auf ihre Weise mit der Liebe ringen: gegen Widerstände, Zeitverschiebungen und Unwägbarkeiten - ohne jemals den Mut zu verlieren.

ISBN 978-3-8321-9839-8 | €20,-


Christine Wunnicke: Katie

Vielleicht liegt es am Nebel. Davon jedenfalls gibt es in London auch um 1870 herum genug, und wer weiß, vielleicht trübt er der Stadt kollektiv die Sinne. Kaum einer, der nicht dem Medium seiner Wahl vertraut, um in schummrigen Séancen mit dem Jenseits zu parlieren. Florence Cook ist das It-Girl der Branche. Verschnürt im Schrank, die Haare an die Schrankwand genagelt, bringt sie die aufregenste Erscheinung zutage: Katie, 200 Jahre jung und in gleißendes Weiß gewandet, früher Piratenbraut, heute eine unruhige Seele auf der Suche nach Erlösung.

Es hilft nichts, die Wissenschaft muss ran. Und zwar in Person von Sir William Crookes und seinem Gehilfen Pratt, die Florence (und Katie) nach den Regeln der damaligen Kunst unter die Lupe nehmen. Nur um am Ende zu konstatieren, dass die Wissenschaft im Grunde auch nur ein Spuk ist. Eine herrlich übersinnliche Geschichte. Und das Beste: Es ist alles wahr. Wirklich.

ISBN 978-3-946334-13-2 | 22 €


Mathias Enard: Kompass

Nacht über Wien. Eine alarmierende medizinische Diagnose raubt dem Musikwissenschaftler Franz ritter den Schlaf. Rastlos kehren seine Gedanken immer wieder zu Sarah zurück, der berühmten Orientalistin, seiner großen Liebe, von der er gerade unerwartet Post erhalten hat. Immer fieberhafter beschwört er Erinnerungen herauf, begibt sich im Geiste an all die Orte seiner Forschungsreisen - Istanbul, Damaskus, Aleppo, Palmyra -, die für ihn untrennbar mit Sarah verbunden sind, mit ihrer gemeinsamen Liebe zur orientalischen Kultur.

Kompass ist das Buch der Stunde. Mit seiner ganzen Leidenschaft, Sprachgewalt und der überwältigenden Fülle seines Wissens erzählt Mathias Enard von der jahrhundertelangen Passion des Westens für die orientalische Kultur - eine Geschichte von Inspiration und Austausch. L'orient c'est nous.

ISBN 978-3-492-31234-9 | € 14,-


Michael Köhlmeier: Das Mädchen mit dem Fingerhut

Eine große Stadt, irgendwo in Westeuropa. Ein kleines Mädchen kommt auf den Markt, hat Hunger. Woher kommt sie? Warum sie hier ist? Wie sie heißt? Sie weiß es nicht. Yiza, sagt sie, also heißt sie von nun an Yiza. Das Mädchen mit dem Fingerhut erzählt in bewegenden Bildern von einem Leben am Rande und von der kindlichen Kraft des Überlebens.

"Sie wartete, wie er es ihr befohlen hatte. Sie steckte die Hände in die Fäustlinge, drückte sich die Mütze über die Ohren und verschränkte die Arme. Sie zog den Kopf ein, weil über dem Kragen ein Stück nackter Hals herausschaute. Sie stellte sich mit dem Rücken gegen den Wind. Menschen gingen an ihr vorüber, aber keiner sagte etwas. Sie sah nicht aus, als wäre sie verlorengegangen. Sie sah aus, als wartete sie."

ISBN: 978-3-423-14617-3 | € 9,90


Lot Vekemans: Ein Brautkleid aus Warschau

Drei Männern begegnet Marlena, die jeder auf seine Weise ihrem Leben eine entscheidende Richtungsänderung geben. Ihr Weg führt sie aus dem Dorf nach Warschau, über eine Heiratsvermittlung in die Niederlande auf einen Bauerhof, dann wieder zurück nach Polen. Was bleibt, ist ein beharrlich schweigendes Kind und ein Stapel ungeöffneter Briefe.

Lot Vekemans erzählt über das Verlangen, seinem Leben eine Richtung zu geben, und über die unvorhersehbaren Folgen, die es hat, wenn man es wirklich wagt. Ihre Charaktere, Marlena, drei Männer und ein Junge, gehen einem nicht mehr aus dem Kopf.

ISBN: 978-3-442-71509-1 | € 10,-


Marilynne Robinson: Lila

Lila ist ein Findelkind, das von einer Landstreicherin und Überlebenskünstlerin aufgegriffen wird. Als ungleiche Geschwister ziehen sie durch Amerikas harte Jahre, in denen Dürre und Hunger das Leben zeichnen. Als Erwachsene muss sich Lila alleine durchschlagen, bis sie eines Tages im Regen unerwartet einen Unterschlupf findet. Und mehr als das - sie wird mit der Sorge und Zartheit eines Mannes konfrontiert, der ihr Leben und alles, was sie bisher erfahren hat, auf den Kopf stellen wird.

ISBN: 978-3-596-52134-0 | € 12,-


Brooke Davis: Noch so eine Tatsache über die Welt

Wie man aus der Welt fällt und wieder ins Leben findet: Die wunderbar komische, herzerwärmende Geschichte von Millie Bird und den zwei schrägen Alten Karl und Agatha.

"Was Trauer und Verlust bedeuten, davon erzählt Brooke Davis in einem ganz eigenen, originellen Ton. Einfach hinreißend." Kirkus Review

ISBN: 978-3-548-28700-3 | € 10,-


Lydia Tschukowskaja: Untertauchen

Nina Sergejewna verbringt winterliche Wochen im Jahr 1949 in einem Sanatorium für Künstler auf dem Lande. Hier ist alles auf Vergessen gestimmt. Doch sie will mehr über die Vergangenheit, über ihr eigenes Leid und das ihrer Mitmenschen erfahren. Als sie Bilibin kennenlernt, der im gleichen Arbeitslager wie ihr Mann war, sucht sie seine Nähe. Es entspinnt sich eine zarte Zuneigung, doch enttäuscht werdet sie sich ab, als auch Bilibin nicht die Wahrheit, sondern das Verdrängen und Vergessen sucht.

ISBN: 978-3-596-90664-2 | € 12,-


Franz Friedrich: Die Meisen von Uusimaa singen nicht mehr

Die Dokumentarfilmerin Susanne Sendler erkundet 1997 die finnische Insel und verschwindet spurlos. Zehn Jahre später befindet sich die Welt im Umbruch: Eine amerikanische Studentin versucht, in Berlin Fuß zu fassen, und scheitert am neuen Europa. Während des heißesten Februars seit Menschengedenken findet sie Hilfe bei einer rätselhaften Chorgruppe. Nach einem weiteren Jahrzehnt fangen die Meisen auf der Insel Uusimaa wieder an zu singen. Und ein junger Filmemacher verlässt in Brüssel Frau und Kind, um dem Ruf der Vögel zu folgen.

Franz Friedrich erzählt in seinem Debüt von entlegenen Inseln, der Liebe und der Suche nach dem richtigen Leben in unserer Zeit.

ISBN 978-3-596-03139-9 | 10,99 €


Karen Köhler: Wir haben Raketen geangelt

Es gibt diesen Moment, in dem das eigene Universum zerbricht und weit und breit kein neues in Sicht ist. Über diesen Moment schreibt Karen Köhler. Ihre Figuren stellen sich mit Phantasie dem Leben entgegen, sei es an Bord eines Kreuzfahrtschiffes namens "DeinSchiff", in der kalifornischen Wüste oder in der sibirischen Wildnis: Kapitulieren kommt nicht in Frage:

Eine junge Frau sitzt dehydriert vor einer Tankstelle im Death Valley. Als plötzlich ein Indianer vor ihr steht und ihr das Leben retten will, glaubt sie zu phantasieren. Doch schon bald teilen sie sich einen Doppelwhopper, gehen gemeinsam ins Casino und stranden schließlich in einem dieser schäbigen Motels, die es eigentlich nur im Film gibt.

Karen Köhler schreibt über die dramatischen Momente im Leben. Und sie tut das mit einer solchen Leichtigkeit und Nonchalance, dass man bereit ist, ihr überall hin zu folgen, in die deutsche Provinz wie in die Wildnis Sibiriens. Ihre Erzählungen sind hart und zart zugleich.

 ISBN 978-3-423-14474-2 | 9,90 €

 

 

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